Vom Verbrechen zur Kunst

Schätze aus der Elbe
Schätze aus der Elbe
Schätze aus der Elbe

Es ist schon lange her, das ich als Kriminalbeamter in Hamburg mit Bombi zu tun hatte. Bombi und Westermann waren eine Kombination aus Barkasse und Schute des Kampfmittelräumdienstes der Hamburger Feuerwehr, ausgerüstet mit einem großen und überaus kräftigen Magneten, an einem Kran hängend, zum Aufspüren und Heben von Bomben und Sprengkörpern aus dem letzten Krieg in Elbe, Alster, Fleeten und Kanälen Hamburgs.

Hilfeleistung gaben die Männer von Bombi aber auch anderen Behörden, etwa der Polizei bei der Suche nach metallenen Beweismitteln in trüben Gewässern.

So nutzte ich Bombi zur Suche nach einem Messer, das nach einem Mordversuch in der Elbe versenkt worden war. Bei Ebbe streifte Bombi ein großes Areal ab, senkte immer wieder den starken Magneten ins dunkle undurchsichtige Wasser, förderte zwar nicht das Messer zu Tage, statt dessen aber eine Menge wunderlicher und wunderbarer eiserner Gegenstände und Gerätschaften:
Rohre, Haken, Schekel, Töpfe, Bleche, Luken, Ketten, Nägel, Gitter und ... und ...
Ich war fasziniert und hatte die zu suchende Tatwaffe, das Messer, fast vergessen.

Den Fundstücken war die mehr oder weniger lange Liegezeit auf dem Grund der Elbe deutlich anzusehen; sie waren gezeichnet, gekerbt, verformt und verschlickt von der Kraft der Gezeiten. Da hingen sie, an den großen runden Riesenmagneten geklebt, und polterten schließlich krachend und lieblos in die Schute Westermann, zu einem Haufen Gerümpel und Schrott degradiert.

Das war die Stunde, in der ich beschloss, nunmehr selbst an den Ufern der Elbe zu suchen, ausgerüstet mit dem Tidenkalender, also bei Ebbe, um solcherlei Schätze zu bergen, zu bearbeiten und zu verwerten - zu dem was in der Galerie zu sehen ist. Oft ist noch der eigene Geruch der Elbe an den Objekten wahrzunehmen.

Übrigens, ein Messer war irgendwann auch dabei, bestimmt viel älter und schöner als die damals mit Bombi und Westermann vergeblich gesuchte Mordwaffe.